Ein kleines Lebenszeichen

Schon sehr oft habe ich diesen Beitrag begonnen und immer wieder gelöscht. Doch diesmal bin ich mir sicher, dass er es zur Veröffentlichung schaffen wird.

Meinen letzten Beitrag veröffentlichte ich am 16.07.2020, was eine lange Zeit ist. Um ehrlich zu sein, fehlte mir die Motivation und auch die Frage, ob ich überhaupt noch bloggen möchte, geisterte in meinem Kopf herum.

Was in den letzten Monaten passierte…

Die Pandemie veränderte auch mein Leben. Statt mehrmals im Monat mit Freunden ins Café zu gehen, sie zu treffen oder gar mehrmals die Woche die Boulderhalle aufzusuchen, war schlagartig vorbei. Im vergangenen Sommer durch die Lockerungen kehrte ich mit viel Vorsicht zu einer kleinen Normalität zurück. Ich traf Freunde, ging wieder bouldern und nutzte die ein oder andere Möglichkeit.

Seit November ist dies nun nicht mehr möglich. Den Großteil meiner Zeit verbringe ich mit Arbeit, dem Lesen und Spaziergängen durch den Park. Um ehrlich zu sein, nervt mich all dies mittlerweile ganz gewaltig. Ich verstehe die Notwendigkeit der Maßnahmen um den Virus einzudämmen, schließlich sollen so wenig wie möglich Menschen dem Virus zum Opfer fallen. Dennoch sind viele – so auch ich – langsam mental an einer Grenze angekommen.

Mir ist bewusst, dass es uns in Deutschland dennoch verhältnismäßig gut geht. Jedoch hilft mir und vielen anderen dieser Gedanke nicht, wenn man selbst mental am Boden ist.

Um die Zeit gut herum zubekommen, lese ich viel. Ich bin im November/Dezember umgezogen, wodurch ich mehr Platz für meine Bücher bekommen habe. Sie stehen nun alle gut sichtbar im Regal. Kein Buch wird mehr verdeckt von anderen Büchern und nirgends stapeln sich Bücher. Dies führte dazu, dass ich seit dem weniger kaufe und stattdessen bisher ungeachtete Schätze in meinem Regal entdecke. Neben dem Lesen, lenke ich mich mit Yoga ab. Zum Glück hält das Internet diesbezüglich so viele Möglichkeiten bereit, dass es auch von zu Hause aus funktioniert.

So sehr ich Spaziergänge liebe, kann ich sie langsam nicht mehr sehen. Da ich zum Großteil im Home Office zu Hause bin, sind Spaziergänge die einzige Möglichkeit nach draußen zu kommen. Woher waren zusätzlich Arbeitswege vorhanden, die mich nach draußen brachten. Aber die Spaziergänge sind immer die gleichen. Die Routen variieren zwar, aber irgendwann sind da auch alle Wege erschöpft. Ich hoffe, dass sich einfach in den nächsten Wochen/Monaten etwas tut und wir wieder mehr unternehmen können.

Wie geht es mit dem Blog weiter?

All dies führte auch dazu, dass ich keinen Elan mehr für meinen Blog hatte. Ich hätte ihn schlussendlich nur noch mit Rezensionen füllen können. Und genau hier liegt das Problem. Rezensionen werden auf Blogs – zumindest auf meinem – nicht besonders häufig geklickt und Feedback gibt es auch kaum. Da kann jetzt jeder sagen, was er will und das es auf die Klicks nicht ankäme, aber irgendwie schaut man doch drauf und eine Rezension sollte schließlich auch für einen kleinen Austausch sorgen.

Irgendwann begann ich meine gelesenen Bücher nur noch auf Instagram zu besprechen. Es geht nicht nur schneller, sondern das Feedback ist dort auch deutlich größer. Auch ich kann schneller auf Kommentare antworten und die Interaktion macht mir persönlich mehr Spaß. Seit Januar veröffentliche ich auch eine kleine Besprechung zu jedem gelesenen Buch, was mir unglaublich viel Spaß macht. Für den Blog fehlte mir da einfach die Motivation aus genannten Gründen.

Wozu jetzt also noch der Blog?

Ich werde ihn nicht löschen. Ich möchte ihn stattdessen für Beiträge nutzen, die mehr als ein paar Worte benötigen. Sei es zu aktuellen Themen, die in der Bloggerszene viel diskutiert werden und ich meinen Senf ebenfalls dazu geben möchte oder einfach Situationen/Themen aus dem Alltag.

Alles kann. Nichts muss.

Eure Jule

Ein Gedanke zu “Ein kleines Lebenszeichen

  1. Liebe Jule,

    ich unterschreibe das alles. Es ist schon ein wenig absurd: Jetzt haben wir theoretisch die Zeit, um viel zu lesen und zu bloggen – aber tun es weniger als vorher. Auch ich hatte durch die Pandemie viel mit dem Lesen und Bloggen zu kämpfen, keinen Kopf dafür. Inzwischen kommt das wieder, ich kann beides wieder genießen. Aber es hat mich doch immer wieder bestürzt, wie diese Pandemie selbst diese Hobbies, die fürs Zurückziehen und Drinbleiben geschaffen sind, verleidet hat.
    Ich wünsche dir, dass du für dich den Weg findest, mit dem du dich wohlfühlst – ohne Druck von außen oder dir selbst, ohne das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen oder etwas zu verpassen.

    Und wie du habe auch ich von vielem genug. Die Maßnahmen sind wichtig und es wird noch lange dauern, bis wir ohne größere Einschränkungen leben können. Natürlich sind wir noch gut dran – wir sind gesund, zumindest in meinem direkten Umfeld ist niemand an COVID erkrankt, wir haben Jobs, die wir von zu Hause ausüben können und müssen uns keine finanziellen Sorgen machen. Aber auch ich würde gerne mal wieder etwas anderes tun als Serien zu schauen, zu lesen, zu wandern, spazieren zu gehen oder im Wohnzimmer ein bisschen Bewegung in Form von Yoga zu bekommen. Ich bin immer gern spazieren gegangen, kann das aber wie du langsam nicht mehr sehen. Man ist jeden Weg schon 100-mal gegangen, auch wenn man wie du oder ich erst vor kurzem umgezogen ist. Wir fahren mitunter inzwischen sogar in andere Stadtteile, um andere Spazierrouten zu haben. Aber trotzdem kann ich das Spazieren nicht mehr genießen – es fühlt sich an, wie etwas, das man nur tut, um IRGENDWAS unternommen zu haben, um einfach mal für eine Stunde aus dem Haus zu kommen.

    Wie gern würde ich mal wieder einen Feierabend mit den Kolleginnen verbringen, weit entfernt lebende Freunde und Familie wiedersehen, mich in ein Café setzen, ins Kino, Museum, Musical, auf Konzerte oder Märkte/Feste gehen. Irgendwann wird das wieder möglich sein und wir werden es dann umso mehr genießen. Aber es gibt Phasen, da zerrt es an den Nerven, 23h pro Tag in der Wohnung sein zu müssen. Und wenn ich dann sehe, wie ignorant und radikal manche einfach die Regeln brechen und damit dazu beitragen, dass wir all das noch länger aushalten müssen, möchte ich manchmal einfach nur vor Wut und Frust schreien.

    Was auch verrückt ist: Mein Freund und ich haben uns kurz vor der Pandemie kennengelernt – wir haben unsere Beziehung bisher nur unter diesen Bedingungen führen können. Das machte es schnell sehr vertraut und intensiv, weil man automatisch total aufeinander fixiert wird. Das ist toll, aber trotzdem würden wir gerne einfach mal Dinge tun und erleben, die man als Paar normalerweise erlebt: gemeinsame Konzerte, Reisen, Ausflüge, Restaurantbesuche…

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