Der Dumont Verlag, die Frankfurter Buchmesse und ich

(c) Juliane Dietrich

Bereits in meiner Rezension zu „Durch die Nacht“ berichtete ich von der #ThePassionWeShare-Aktion des Dumont Verlag. Ich erzählte auch, dass ich mich damals sehr spontan auf die Aktion beworben hatte. Umso glücklicher war ich, als ich teilnehmen konnte, eine wunderbare norwegische Partnerin bekam und spannende Leseeindrücke mit ihr teilen durfte.

Doch all das ist noch gar nicht das Ende. Denn was ich damals – Mitte/Ende August – überlas, war, dass unter den Teilnehmern der Aktion eine Reise inklusive Übernachtung zur Frankfurter Buchmesse verlost wurde. Ihr dürft gern raten wie geschockt ich war als ich die Mail mit der Gewinnbenachrichtigung erhielt. In den darauffolgenden Tagen hieß es, Termine umorganisieren, nicht vor Freude platzen, schon einmal das Programm der Messe begutachten und atmen…

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Werbung/Hinweis: Vom Verlag erhielt ich die Zugtickets und die Hotelübernachtung. Eine Tageskarte für die Frankfurter Buchmesse hätte es auch gegeben, da ich jedoch Dank des Blogs eine Presseakkreditierung hatte, war diese nicht notwendig. Alles andere bezahlte ich selbst, außer die Bücher aus dem Dumont Verlag, die ich mir auf Empfehlung von Torsten am Messesonntag aussuchen und mitnehmen durfte. Ich werde nicht gezwungen diesen Beitrag zu schreiben, sondern möchte euch ganz freiwillig von meinen Erlebnissen erzählen.

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Eine Reise von Chemnitz nach Frankfurt dauert 4-4,5 h und verlief glücklicherweise in beide Richtungen fast problemlos. Fast? Am Samstag zu meiner Anreise hatte der Zug 15 min Verspätung, was, wenn ich mich an die Tweets der Tage erinnere, gar keine Erwähnung bedarf, denn andere traf es wesentlich schlimmer. Auf der Rückfahrt am Sonntag waren es 10 min Verspätung, weswegen ich meinen Anschlusszug nach Chemnitz fast nicht erreicht hätte, der an diesem Tag jedoch ausnahmsweise einmal wartete.

(c) Juliane Dietrich

Die beiden Tage auf der Messe waren überwältigend. Bisher kannte ich nur die Leipziger Buchmesse und hatte keine Ahnung, was mich in Frankfurt erwarten würde. Die Ausmaße waren jedoch gigantisch. In den ersten 30 Minuten lief ich wie verloren durch die Gänge bis ich eine erste Orientierung bekam. Die Massen waren natürlich extrem und Mareike (crowandkraken) hat da bereits einen sehr guten Beitrag darüber geschrieben. Da ich mich jedoch zum Großteil aus Halle 3.0 und 3.1 fernhielt, bekam ich die Menge an Menschen nicht mit.

Durch die kurzfristige Planung hatte ich keine Termine auf der Messe, was für einen ersten Eindruck nicht weiter schlimm war. Ich wäre so oder so zu vielen Terminen auf Grund meiner Orientierung, leichten Überforderung und der Menschenmengen zu spät gekommen.

Einen Einblick in das kommende Verlagsprogramm erhielt ich vom Dumont Verlag. Gefallen hat mir das breite Spektrum, denn obwohl jedes Buch auf seine eigene Art irgendwie interessant klang, schlug mein Herz nicht bei jedem Buch höher. Ich deute dies als gutes Zeichen, denn es bedeutet keine Eintönigkeit, sondern die Möglichkeit, dass jeder Leser etwas finden wird.

Somit bin ich auch bei den Büchern, die ich am Messesonntag mitnehmen durfte. Beschränkt habe ich mich auf sechs Bücher, da ich einerseits auch alles mit nach Hause transportieren musste und andererseits auch einen riesigen SuB habe, den ich nicht noch weiter in die Höhe treiben möchte.

(c) Juliane Dietrich

Los geht es mit Haruki Murakamis Kafka am Strand, denn ein Murakami war das erste Buch, das mich aus dem Verlag vor einer ganzen Weile als Überraschungspost erreichte. Unverzichtbar für mich ist auch Loyalitäten von Delphine de Vigan gewesen. Ende 2018 war dieses Buch auf den Bookstagram-Accounts nicht wegzudenken. Die Thematik des Buches reizte mich schon damals und so konnte ich mich auf der Heimfahrt auch nicht zurückhalten und las die ersten 30 Seiten an. Absolut genial! Ein Buch, das sofort auf dem Mitnehm-Stapel landete, war Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky, nachdem ich gestand, dass ich von der Autorin bisher nichts gelesen hatte. Nach drei Romanen sind auch drei Sachbücher mitgekommen. Auf Über alte Wege von Mathijs Deen bin ich sehr gespannt, da ich es darin um die Bevölkerung Europas und die Wanderungen von Völkergruppen geht. Es beginnt in der Antike und führt von Island bis Rom und… ich bin einfach neugierig. Die beiden weiteren Sachbücher stehen schon ewig auf meiner Wunschliste und sorgten bei mir für unglaubliche Freude. Ausgestorben um zu bleiben von Bernhard Kegel sorgt bei mir schon mit seinem bloßen Cover für Gänsehaut. Die Geschichte der Dinosaurier ist für mich extrem interessant. Als ich vor zwei Jahren im Naturkundemuseum in Berlin das erste mal echten Dinosaurierknochen gegenüberstand hatte ich Tränen in den Augen. (Und Tristan ist auch im Buch!) Und zu guter Letzt: Ikigai von Ken Mogi wird für mich ein japanisches Wohlfühlbuch, da bin ich mir sicher. Die japanische Philosophie und Kultur ist für mich immer etwas besonderes und Lebensbejahendes. Und so schließt sich der Kreis. Mit einem japanischen Autor begann und endet es jetzt.

Danke!

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal dem Dumont Verlag danken. Und vor allem Torsten für die liebevolle Organisation, den Empfang, die Hilfe und für die Fritz Cola. :D

Eure Jule

4 Gedanken zu “Der Dumont Verlag, die Frankfurter Buchmesse und ich

  1. Danke für das Teilhaben lassen. Ah, Du hattest diese Buchmesse-Reise gewonnen – sehr schön und passend.
    Ist es in FFM sehr anders als in Leipzig und was war in den Hallen 3.0 und 3.1, aus denen Du Dich fernhieltst?
    Deine Dumont-Buchauswahl ist fabelhaft, ich bin ein großer Murakami-Fan und das Leky-Buch liegt auch schon hier.

    Liebe Grüße,
    Simone.

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    • Liebe Simone,
      ja, ich habe mich aus 3.0 und 3.1 ferngehalten. In diesen Hallen waren die großen Publikumsverlage (Carlsen, Lübbe, Lyx, Randomehouse, dtv, etc.) und da waren dementsprechend auch die meisten Menschen unterwegs inklusive Signierstunden, die Massen anlockten. Am Sonntag war allein in einer der beiden Hallen zur gleichen Zeit die Signierstunden von Jojo Moyes, Fitzek und Tammy Fischer… kann man machen, ist nur für alle anderen etwas unangenehm.
      Und der Vergleich mit Leipzig? Ja, es ist sehr anders. Frankfurt ist größer, voller, hektischer und lauter. Ich finde Leipzig – nach diesem Vergleich – wesentlich familiärer. Vielleicht liegt es daran, dass keine Trennung zwischen Fachbesucher- und Pulikumstagen gemacht wird. Es verläuft sich dann einfach besser.
      Mir gefällt die Auswahl auch richtig gut und am liebsten würde ich alle Bücher jetzt sofort lesen. :D
      Liebe Grüße
      Jule

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      • Liebe Jule,

        oh, na da hätte ich mich wohl auch ferngehalten, zumal mich diese Verlage nicht so reizen und leider auch nicht Moyes, Fitzek & Co. Klingt kulturell versnobt, ist aber – wie bei Dir – nur eine feinere Auswahl an buchigen und autorischen Perlen, die mit Bedacht bei großer Auswahl und wenig Zeit gewählt sein wollen, bei Büchernarren wie uns ;).
        Dass Frankfurt hektischer und weniger familiär sein soll, habe ich schon von vielen gehört. Mittlerweile zieht es sogar viele Bücherwürmer aus den alten Bundesländern nach Leipzig.
        Nimm Dir Zeit für Deine neuen Bücher, diese dunklen und nasskalten Monate sind eigentlich gut dafür :).
        Viel Freude beim Abtauchen und Lesen.
        Liebe Grüße,
        Simone.

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  2. Pingback: [Blog Glück] Oktober 2019 – Seitenglueck

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